Daniela Schwager ist Mittelrhein-Weinkönigin

Presseberichte über die Wahl der Gebietsweinkönigin

Mittelrhein-Weinkönigi Daniela Schwager (re.) und ihre Weinprinzessin Annika Kost (Quelle: SWR)


Rhein-Zeitung vom 5. November 2016

Neue Weinkönigin am Mittelrhein

Daniela Schwager macht knapp das Rennen

von Suzanne Breitbach (Text & Fotos)

Weinkönigin Daniela erhält die Krone
von ihrer Vorgängerin Sarah Hulten

Mittelrhein.  Eine neue Majestät regiert am Mittelrhein: Daniela Schwager aus Erpel ist 24 Jahre alt und wird ein Jahr lang als Botschafterin den Wein des Anbaugebietes repräsentieren.

Ihr zur Seite steht Prinzessin Annika Kost aus Boppard, die sie in einem packenden Duell knapp schlug.

Spannung liegt jedes Jahr in der Luft, wenn die neue Weinkönigin am Mittelrhein gekrönt wird. Zwei Anwärterinnen lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen am Freitagnachmittag in der Rheinfelshalle in St. Goar.

Ich muss gestehen, ich bin total überwältigt. Ich freue mich auf die Zeit als Repräsentantin, brauche aber erst einmal eine Nacht, bis ich es realisiert habe. Während der Prüfung war ich erstaunlich ruhig. Schlimm war es vor der Verkündung. Jetzt ist es soweit, es gibt kein Zurück mehr, schoss es mir durch den Kopf. Da kam die ganze Anspannung raus, sagt die neue Majestät Daniela Schwager, kurz nachdem ihr Vorgängerin Sarah Hulten die Krone aufgesetzt hat.

Als Weinwerbungsvorsitzender Marlon Bröhr den Umschlag öffnet und den Namen der Siegerin laut vorliest, steht Daniela Schwager ganz ruhig da und hört ihren Namen. Sie reagiert kaum, als ihr Konkurrentin Annika Kost zum Sieg gratuliert.

Weinkönigin Daniela Schwager und
ihre Weinprinzessin Annika Kost

Ein aufregender Nachmittag liegt da bereits hinter den beiden Anwärterinnen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde mussten die künftigen Majestäten jeweils mehr als eine halbe Stunde Fragen beantworten, spielerische Aufgaben lösen und mit Witz und Charme antworten. Das fiel beiden nicht schwer.

Landrat und Vorsitzender der Weinwerbung, Marlon Bröhr, startete mit dem Fragenkatalog: Wie würden sie den Wein vom Mittelrhein charakterisieren? Jurymitglied Uli Lenz fragte nach den Aufgaben einer Weinkönigin. Welterbemanagerin Nadya König-Lehrmann wollte Wissenswertes über das Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal und den Limes erfahren. Für die Profilweine der Mittelrhein Riesling Charta interessierte sich der Juwelier und Hoflieferant Roland Schmelzeisen und fragte gezielt nach.

Gerd Knebel, Geschäftsführer der Weinbauverbände Mittelrhein und Mosel und Weinjournalist, fühlte den beiden Damen genau auf den Zahn: Worauf ist der starke Rückgang der Rebflächen am Mittelrhein von zirka 2000 Hektar auf zirka 470 Hektar zurückzuführen, und wie kann man einer weiteren Reduzierung der Rebflächen langfristig entgegenwirken?

Sogar der Wahlkampf in den USA wurde bei den Zusatzfragen zum Thema. Welchen Wein empfehlen Sie Hillary Clinton und Gegenkandidat Donald Trump?, fragte Martina Lorenz, die selbst einmal die Krone vom Mittelrhein trug.

Nach der Fachbefragung schreiten 20 Jury-Mitglieder, darunter Vorstandsmitglieder der Weinwerbung, Vertreter fachverwandter Berufe und Pressevertreter zur Wahlurne. Viel Arbeit haben sie nicht, auf den roten Zettel müssen sie nur einen Namen schreiben. Kurz vor 18 Uhr hat der Wahlvorstand den Zettel mit dem Namen der Siegerin in einen Umschlag gesteckt. Marlon Bröhr darf ihn öffnen und verkündet das Ergebnis.

Die neuen und die scheidenden
Weinmajestäten

Das Abendprogramm verlief diesmal anders als in den Vorjahren. Es gab einen Stehempfang. Marlon Bröhr verabschiedete die scheidende Königin Sarah Hulten und ihre beiden Prinzessinnen Christina Schlenkert und Sophia Rhein. Nicht unerwähnt ließ er dabei, dass Sarah Hulten knapp 50.000 Kilometer in ihrem Dienstjahr zurückgelegt hat. Eine beachtliche Leistung, stellte Bröhr heraus.

Daniela Schwager hatte sich kurz vor Meldeschluss bei der Mittelrhein Weinwerbung als zweite Kandidatin beworben. Das sollte für den Ausgang der Wahl nicht von Nachteil sein, auch wenn sie eine deutlich kürzere Vorbereitungsphase hatte als Mitbewerberin Annika Kost. Sicher im Auftritt und fachlich kompetent waren beide Anwärterinnen.

Große Freude herrschte bei Danielas Familie: Vater Andreas ist Bacchus in Erpel. Als Bacchantin unterstützt Daniela ihren Vater immer bei Auftritten. Jetzt trägt sie die Krone vom Mittelrhein auf dem Kopf, das macht mich besonders stolz. Das Ergebnis ist fantastisch, das haben wir uns gewünscht, sagte Andreas Schwager kurz nach der Krönungsfeier. Mit dabei waren auch Mutter Martina, Bruder Dominik und Schwester Verena. Nicht fehlen durfte natürlich Danielas künftiger Ehemann Tobias, der zu den ersten Gratulanten an diesem Abend gehörte.

Glückwünsche gab es auch von der Erpeler Bürgermeisterin Cilly Adenauer und dem Vorstand der Freunde des Erpeler Weinfestes, die Daniela kräftig die Daumen drückten und bei der Entscheidung vor Ort waren.

Ein aufregendes Jahr liegt vor den beiden Weinbotschafterinnen. Beide wollen den Steillagen-Riesling bekannter machen.

Wir produzieren schöne Weine am Mittelrhein, das müssen wir einfach noch mehr zeigen, sagte die frisch gekrönte Weinkönigin kurz vor ihrer Abreise nach Erpel. Dort musste noch schnell eine Spontanparty organisiert werden, um der neuen Majestät vom Mittelrhein einen gebührenden Empfang zu bereiten.