Einige Jahre nach dem II. Weltkrieg, als der Rheintourismus wieder auflebte,
wurde das Winzerfest auf den 3. Sonntag im September verlegt, da das Wetter
Ende Oktober zu unbeständig ist.
1956 übernahm der inzwischen umbenannte „Verkehrs-Verein Erpel“
die Organisation und Durchführung des Weinfestes.
In den 50er und 60er Jahren waren der Rhein und seine Winzerfeste „In“.
Durch den massiven Tourismus entwickelte sich das Winzerfest zu einer Massenveranstaltung.
Im gesamten historischen Ortskern reihte sich ein Weinstand an den anderen.
Als dann 1964 in einer Unterhaltungssendung des damals noch jungen deutschen
Fernsehns ein Stammtisch seinen Kredenzwein auf den Namen „Erpeler Herrenwitz“
taufte, steigerte dies die Popularität unseres Winzerfestes enorm.
Von den Schattenseiten dieser „Hochzeit“ weiß noch so manche
alteingesessene Erpeler Hausfrau zu berichten. Jeden Morgen mussten sie die
Spuren des exessiven Weingenusses von Haustüren und -wänden entfernen.
Die 70er Jahre brachten die Wende: Das Rheintal war „Out“! Von Jahr zu Jahr kamen weniger auswärtige Besucher.
Zu Beginn der 80er Jahre steckte der Tourismus im gesamten Rheintal in einer
schweren Krise.
Durch die Entwicklung des Winzerfestes zu einer touristischen Massenveranstaltung
hatte die Erpeler Bevölkerung ihren persönlichen Bezug zu diesem Fest
verloren. Mit dem Rückgang des Fremdenverkehrs wurden daher in Erpel immer
mehr Stimmen laut, die die Abschaffung des Winzerfestes forderten.
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