Die Geschichte des Erpeler Weinfestes ist ohne eine Erläuterung der Bedeutung des Weinbaus für Erpel unvollständig – und eigentlich auch unverständlich. Zur Einleitung daher ein kurzer Überblick über die Entwicklung - und den Niedergang - des Erpeler Weinbaus.
Seit der Gründung des Ortes wird es in Erpel Winzer gegeben haben. Viele
historische Dokumente belegen die Bedeutung des Weinbaus für Erpel. Hauptsächlich
wurden rote Rebsorten angebaut. Der Anteil der weißen Rebsorten war jedoch
nie unbedeutend.
Der Unterschied war so wichtig, dass danach die Abgaben an die Landesherren
eingeteilt wurden, in einen Rot- und einen Weißzehnt.
Der Weinbau war bis weit in das 19. Jahrhundert die wichtigste Erwerbsquelle
für die hiesige Bevölkerung.
Dies änderte sich erst mit Beginn der Industrialisierung um die Mitte des
19. Jahrhunderts, die neue Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit
mit sich brachte. In der Region von Erpel wurden insbesondere durch die Aufnahme
des Basaltabbaus neue Arbeitsplätze geschaffen. Damals gaben viele Winzer
ihren Beruf auf, denn die große Abhängigkeit vom Wetter machten die
Einkünfte aus dem Weinbau zu einer unwägbaren Angelegenheit.
Der Bau der rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke im Jahr 1871 ermöglichte
es schließlich auch, in den umliegenden Orten zu arbeiten.
Der Niedergang des Weinbaus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch einen
starken Befall mit Rebschädlingen und große Frostschäden beschleunigt.
Absatzschwierigkeiten des heimischen Rotweins kamen hinzu, denn ausländische
Weine wurden billiger produziert.
Der II. Weltkrieg und die Zeit danach brachten erhebliche Einbußen
und eine enorme Verringerung der Anbaufläche.
Die letzte Weinlese fand in Erpel 1968 statt. 1970 wurde schließlich auch
der letzte Weinberg in Erpel aufgegeben.