In der langen Geschichte des Erpeler Winzer- bzw. Weinfestes hat es auch viele heitere Momente gegeben.
Mit den Jahren ist die Erinnerung an die meisten verschwunden. Andere Episoden haben sich klassischen
Anekdoten entwickelt, die in froher Runde – vor allem auf dem Weinfest – immer wieder gern
erzählt werden.
Für den Liebhaber vergnüglicher Begebenheiten lohnt es sich also, bei einem Besuch des Weinfestes
aufmerksam zuzuhören.
In dieser Hinsicht erweißt es sich auch als glücklicher Umstand, dass der 1. Vorsitzende Werner Henneker und der Festzugleiter Bernd Walbrück seit fast 25 Jahren im Vorstand des Brauchtumsvereins „Freunde des Erpeler Weinfestes“ e. V. tätig sind. In dieser Zeit haben sie jedes Weinfest hautnah „aus der ersten Reihe“ miterlebt. Sie stecken voller Geschichten, über die man schmunzeln und oft sogar herzlichen lachen kann.
An dieser Stelle finden Sie eine kleine Auswahl an Anekdoten rund um unser Weinfest, die im Laufe der Zeit hoffentlich deutlich an Umfang zunimmt.
Frage des Pressevertreters: „Was trinken Sie am liebsten?“
Antwort der Weinkönigin: „Ach, am liebsten ist mir immer noch so ’n richtig leckeres
Kölsch.“
Verdutztes Schweigen.
Frage: „Und welchen Wein?“
Antwort: „Also ehrlich gesagt, trinke ich keinen Wein. Da mache mir nicht viel draus.“
Betretenes Schweigen.
Verblüffte Nachfrage: „Sie trinken überhaupt keinen Wein?“
Offenherzige Antwort: „Na ja, wenn es überhaupt nicht anders geht, trinke mal ein Glas
Rosé.“
Daraufhin wurde in den Fragebogen zu Lebenslauf und Interessen der Weinkönigin und ihrer Weinprinzessinnen die Rubrik „Lieblingswein“ aufgenommen.
Anja Eichbaum, geb. Schmitz, die Weinkönigin des Jahres 1982, wurde am Weinfest geboren. Zu dieser Zeit
gab es in Erpel noch einen Gemeindeausrufer, dessen Aufgabe es war, wichtige Neuigkeiten in ganz Erpel bekannt zu
machen.
Um die Nachricht der Geburt von Anja Eichbaum zu verkünden, lief er durch den ganzen Ort, rief in einem
fort: „Wir haben eine neue Weinkönigin! Wir haben eine neue Weinkönigin!“ und läutete
dabei ständig mit seiner Glocke.
Bei diesem Eintritt ins Leben war es unvermeidlich, dass Anja Eichhorn einmal das Amt der Weinkönigin
übernehmen würde.
Bernd Walbrück hatte bis tief in die Nacht den Bürgersaal für „Die Krönung“
dekoriert.
Anstatt auszuschlafen, saß er bereits früh am nächsten Morgen aufrecht im Bett. Ihm war
schlagartig bewusst geworden, dass er die Bühnendekoration völlig falsch konzpiert hatte. Die Leute
auf der Bühne würden hinter seinen üppigen Blumenarrangements einfach verschwinden!
„Das muss ich sofort ändern!“, dachte er sich und war auch schon in der nächsten
Minute auf dem Weg zum Bürgersaal. Als er dort eintraf, stellte er zu seiner Erleichterung fest,
dass die Blumendekoration auf der Bühne keineswegs zu ausufernd war.
Er hatte bloß einen sehr überzeugenden Albtraum gehabt!