Wagenbauer sind schon im Einsatz

Michael Schorn, Rhein-Zeitung vom 26. April 2010; Foto: Michael Schorn

Blumenkorso des Erpeler Weinfestes erfordert viele helfende Hände

Tausende Besucher strömen jedes Jahr nach Erpel, um einen einmaligen Blumenkorso zu erleben. Für die Erbauer der prächtigen Gefährte bedeutet dies aber viel Arbeit.

Manfred Hirzmann vom Erpeler Wagenbauteam. © Michael Schorn ERPEL. Herrlich mit Blüten dekorierte Festwagen rollen anlässlich des Erpeler Weinfestes alljährlich durch die schmucke Rheingemeinde – und locken Besucher von nah und fern. Doch hinter diesem in der Region wohl einmaligen Umzug steckt jede Menge Arbeit.

Schon Anfang April trifft sich der harte Kern des Wagenbauteams vom ausrichtenden Verein „Freunde des Erpeler Weinfestes“ einmal wöchentlich, um die Gefährte fit für das im September stattfindende Fest zu machen.

Zunächst werden die Wagengestelle überholt, erklärt Vereinsvorsitzender Werner Henneker. Räder werden ausgetauscht, Wagenrahmen vom Rost befreit und Holzböden erneuert. Vornehmlich fünf Männer und zwei Frauen übernehmen diese Aufgabe und haben sichtlich Spaß daran. Zuvor wird allerdings das Thema des Umzuges festgelegt, jedes Jahr ein neues.

In diesem Jahr blicken wir auf 25 Jahre Erpeler Blumenkorso zurück, sagt Werner Henneker. Und seit 25 Jahren zeichnet er für den reibungslosen Ablauf des Weinfestes verantwortlich. Gemeinsam mit Bernd Walbrück und einer beachtlichen Helferschar wahrt er die Tradition.

Im Jahr 1984 stand das Fest fast vor dem Aus. Einige Leute im Ort wollten das Thema Weinfest sogar zu Grabe tragen, erinnert sich der Vorsitzende. Damals kümmerte sich noch der Erpeler Verkehrsverein um die Ausrichtung - übrigens eher eine Seltenheit in der Region, dass ein Verein und nicht die Gemeinde für ein Weinfest die Verantwortung übernimmt.

Henneker und Walbrück wurden seinerzeit von dem verstorbenen Kommunalpolitiker Franz-Josef Hamacher mit der schwierigen Aufgabe betraut und bauten das Fest wieder auf. Und zwar nicht ganz unerfolgreich, meint Henneker. Man holte den Kindergarten und die Grundschule mit ins Boot und vergrößerte den Festumzug Jahr für Jahr. Heute reisen Gruppen aus Holland und Hessen extra zum Weinfest an, berichtet er. Gute Freundschaften seien über die Jahre entstanden.

Dabei muss der Verein mit derzeit rund 150 Mitgliedern auf jeden Euro schauen. Mit 7.000 bis 8.000 Euro für ein Weinfest haben wir ein relativ enges Budget, weiß Hans Jürgen Freund, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Daher ist man bei dem Material für den Wagenbau fast ausschließlich auf Spenden angewiesen. Trotzdem gelingt den Erpeler Kreativen immer wieder ein beeindruckendes Ergebnis.

Kurz vor dem alljährlichen Umzug stecken rund 30 Personen die Blüten auf die Wagen, manchmal sogar die Nacht hindurch. In den vergangenen 25 Jahren haben wir viele Ideen verwirklicht, erzählt Freund. Fauchende Drachen oder der originalgetreue Nachbau der Erpeler Kirche und des Rathauses sind nur einige Beispiele. In diesem Jahr bekommt der Bacchus einen neuen Wagen, verrät Werner Henneker schon einmal.

Für die Erbauer der Schmuckstücke ist die ganze Arbeit im Vorfeld mittlerweile zu einem Hobby geworden. Zwanglos und mit viel Spaß an der Sache sind sie jedes Jahr dabei, damit sich die Besucher im September wieder an den Blumenwagen erfreuen können.

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