Blick aktuell Unkel vom 12. Februar 2009
Unkel. Wir erwarten heute Abend hohen Besuch in unserem Weinhaus
‚Zur Traube‘, womit dieses Mal ausnahmsweise nicht nur Landrat Rainer Kaul
gemeint ist
, verriet Gastronom Hubert Lanz. Beherbergen sollte der Vater von
Mittelrhein-Weinprinzessin Julia mit Ehefrau Astrid vielmehr einen königlichen Gast.
Mit Marlies Dumbsky, der 60. Deutschen Weinkönigin, besuchte zum ersten Mal
eine Deutsche Weinkönigin die Verbandsgemeinde Unkel. Anlass dieser „Romantischen
Rheinreise“ war der Besuch bei ihrer Amtskollegin vom Mittelrhein, Gabi Emmerich,
in Leutesdorf, der natürlich nicht nur Weinprinzessin Julia, sondern auch ihre
Kolleginnen Heike Scholl aus Erpel sowie Isabell Hillesheim aus Sankt Goarshausen
assistierten.
Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit nehmen, um mir den Mittelrhein näher zu
bringen
, erklärte eine strahlende Deutsche Weinkönigin am Abend in der
„Traube“ nach der Besichtigung des Weinguts von Gotthard Emmerich in Leutesdorf
und von Georg Scheidgen in Hammerstein. Man müsse alles selbst erlebt haben, wenn
man es nach außen authentisch transportieren wolle, betonte die 22-jährige
ausgebildete Winzerin aus Volkach im Landkreis Kitzingen, die Kommunikations- und
Medienwissenschaften in Leipzig studiert. Das Studium hat die Mitte März zur
Fränkischen Weinkönigin gekürte Majestät allerdings für ein
Jahr an den Nagel gehängt. Seitdem sie sich am 10. Oktober gegen fünf
weitere Gebietsköniginnen als 60. Deutschen Weinkönigin durchgesetzt hatte,
muss Marlies Dumbsky an die 250 Termine während ihrer Amtszeit bewältigen, um
den Deutschen Wein zu repräsentieren. Da wird auch für ihre Hobbys –
Handball, Lesen und Motorradfahren – kaum viel Zeit bleiben.
Ich freue mich, dass die Deutsche Weinkönigin ganze drei Tage bei uns zu Gast
ist
, betonte der Landrat nicht ohne Stolz. Immerhin ist es für den Landkreis
ein ganz besonderes Jahr, stellt er doch seit Langem mit Gabi Emmerich wieder einmal
die Mittelrheinkönigin und mit Julia Lanz und Heike Scholl auch noch zwei der drei
Prinzessinnen, wie „Königinnen-Mutter“ Hiltrud Specht, die
Geschäftsführerin von „Mittelrhein-Wein“ betonte, während
Rainer Kaul der Deutschen Weinkönigin statt Blumen einen Rheinsteig-Führer
überreichte, führt der Premium-Wanderweg doch immerhin zu 25 Prozent durch
den Landkreis. Wir leben hier in einer wunderschönen Gegend und damit meine
ich nicht nur die Region von Isabell bis nach Bingen, sondern auch den nördlichen
Mittelrhein von Koblenz bis zum Siebengebirge
, erklärte Gabi Emmerich. Auch
dort würden tolle Winzer hervorragende Weine produzieren, für die sie schon
auf der Grünen Woche in Berlin geworben habe, erinnerte die 41. Gebietskönigin
vom Mittelrhein, die sich noch auf viele Termine mit zahlreichen interessanten Personen
freut.
Auch Verbandsbürgermeister Werner Zimmermann hieß die Weinmajestäten im
Namen seiner beiden Kollegen, Stadtbürgermeister Gerhard Hausen und Ortsbürgermeister
Edgar Neustein, in der Region willkommen. Es ist eine Auszeichnung für uns und
für unsere Winzer, die alle ‚Überzeugungstäter‘ sind, dass
Sie uns besuchen
, wandte er sich an Marlies Dumbsky, deren Visite die Region und
deren Weine aufwerte. Zwar sei die bebaute Fläche nicht groß, dafür
aber die Qualität der Weine hoch, versicherte Werner Zimmermann.
Von beidem konnte sich die Deutsche Weinkönigin während ihres Besuches
überzeugen. So bearbeitet etwa der Bruchhausener Oliver Krupp zusammen mit
Vater Bruno nur 1,5 Hektar: Sein Riesling-Sekt Flaschengärung, der zum Empfang
kredenzt wurde und später die Basis für ein Pfirsichsorbet bildete, sowie sein
halbtrockener Unkeler Sonnenberg, der zu den Raviolis vom Kalbsbries in Steinpilzcreme
auf Perlgraupenrisotto gereicht wurde und einen weiteren Glanzpunkt des Schlemmermenüs
bildete, das Hubert Lanz in der Küche zauberte, erwiesen sich als ebenso erlesen,
wie der frische 2008 Hammersteiner „In den Layfelsen“, den Georg Scheidgen
zum Zanderfilet auf Rieslingkraut ausschenkte, oder etwa die süße Riesling
Spätlese zu den Variationen von der Traube sowie die Auslese vom Leutesdorfer
„Rosenberg “, den der Vater der Gebietsweinkönigin, Gotthard Emmerich,
zur Begleitung des leicht überbackenen Ziegenkäses in Akazienhonig und altem
Balsamico ausgewählt hatte, um nur wenige Stationen des Schlemmermenüs zu
erwähnen.
Wir bauen unseren Wein in Steilstlagen an, das bedeutet in einem Gefälle von
45 Prozent
, hob der Leutesdorfer Winzer hervor, nachdem er sich als
ursprünglicher Gegner der Schraubverschlüsse eindeutig zu diesen bekannt hatte.
Angesichts des Aufwands hinsichtlich der topografischen Lage allein bis zur Lese der
Trauben könne man nicht das Risiko eingehen, dass mehr und mehr mit Kork aus
Portugal verbunden sei, erklärte Gotthard Emmerich. Ganz so extrem wie bei ihm
sind die Hänge von Oliver Krupp am Stux zwar nicht, an dem vor sechs Jahren alte
Weinbergmauern vom Caritas-Projekt „Trockenmauern“ wieder aufgebaut worden
waren. Reine „Handarbeit“ ist aber auch in seinen Lagen angesagt.
Näher kennen lernen konnte Marlies Dumbsky den Bruchhausener Betrieb dann nach einer
kurzen Nacht am Samstagvormittag, während am frühen Nachmittag zunächst
der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Unkel anstand. Zu dem hatte sich nicht nur die
Unkeler Burgundia Saskia I. mit Prinzessin Stephanie im Ratssaal eingefunden.
Vorstellen konnte Gerhard Hausen auch das Unkeler Kinderprinzenpaar, Tim und Kyra, mit
seinen Pagen Anna und Tobias. Ersten Nachhilfeunterricht in rheinischem Fastelovend
hatte die charmante Fränkin allerdings schon am Vorabend erhalten.
Ich danke Ihnen für den netten Empfang hier am nördlichen Mittelrhein,
den ich nach Baden Württemberg und der Mosel besuchen darf. Schon die Mosel ist
sehr romantisch und so war ich überrascht, wie idyllisch es hier bei Ihnen mit
Blick auf das Siebengebirge und den Rolandsbogen ist
, erklärte Marlies Dumbsky.
Vor allem die vielen Burgen hatten es ihr angetan. Das Rheintal hier ist eine ganz
tolle Landschaft und der Rheinsteig eine wunderschöne Idee, die beste Chancen
bietet, den Rheinwein einem großen Publikum näher zubringen
, war sie
sich sicher, bevor sie nach dem Eintrag ins Goldene Buch zusammen mit Dieter Borgolte
vom Unkeler T&G sowie Hansi Freund und Bernd Walbrück vom Brauchtumsverein
„Freunde des Erpeler Weinfestes“ am Stux vorbei Richtung „Alte
Herrlichkeit“ wanderte, wo sie bereits von Bürgermeister Edgar Neustein und
Prinz Fritz II. „vom Hohen Gericht“ am Neutor erwartet wurde und das
nicht nur zum Eintrag ins Goldene Buch des Ortes.
-DL-
* Hier irrt der Verfasser. Die Deutsche Weinkönigin
Marlies Dumbsky besuchte die Mittelrhein-Weinkönigin Gabi Emmerich und deren Weinprinzessinnen.
Der Terminkalender der Deutschen Weinkönigin ist so vollgepackt, dass sie auf die
tatkräftige Mithilfe ihrer beiden Weinprinzessinnen angewiesen ist, um alle
Terminanfragen zu erfüllen. Gemeinsame Auftritte mit ihren Prinzessinnen sind
deshalb nicht möglich.
Aus dem gleichen Grund tritt auch die Mittelrhein-Weinkönigin nur in Ausnahmefällen
– wie dem Besuch der Deutschen Weinkönigin – gemeinsam mit ihren
Weinprinzessinnen auf.
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zur Ankündigung des Wochenkurier Unkel vom 28. 01. 2009.
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