Eine Begegnung mit der Deutschen Weinkönigin

Erstmals besuchte die Deutsche Weinkönigin Unkel und Erpel

Marlies Dumbsky, Deutsche Weinkönigin 2008/2009 Am 6. und 7. Februar stattete Marlies Dumbsky, die 60. Deutsche Weinkönigin dem Anbaugebiet „Mittelrhein“ ihren Antrittsbesuch ab. Und da sowohl die amtierende Mittelrhein-Weinkönigin Gabi Emmerich (Leutesdorf) als auch zwei ihrer Weinprinzessinnen – Heike Scholl (Erpel) und Julia Lanz (Unkel) – im Kreis Neuwied zuhause sind, führte sie dieser Besuch in den nördlichsten Zipfel der Mittelrhein-Region, dorthin wo die Rheinromantik ihren Ursprung hat.
Da die Anzahl der Weingüter am Unteren Mittelrhein gegenüber dem Oberen Mittelrhein verschwindend gering und der Terminkalender der Deutschen Weinkönigin übervoll ist, hat ein solcher Besuch ausgesprochenen Seltenheitswert. Für Unkel und Erpel war es sogar der erste Besuch einer Deutschen Weinkönigin.

Auf die Deutsche Weinkönigin wartete ein vielfältiges Besuchsprogramm.
Die Weinköniginnen beim Eintreffen am Erpeler Rathaus Die gelernte Winzerin, die derzeit in Leipzig Kommunikationswissenschaften studiert, schätzte besonders die Begegnungen mit den hiesigen Winzern, die ihr bei der Besichtigung mehrerer Weingüter in Leutesdorf und Unkel möglich waren. Auch die Wanderungen durch die Weinberge von Leutesdorf und Hammerstein sowie von Unkel stießen bei der Deutschen Weinkönigin auf großes Interesse, da die für den Mittelrhein typischen Steil- und Schieferlagen in ihrer fränkischen Heimat nicht vorkommen. Dennoch war sie bestens für diese Wanderungen gerüstet: Neben wetterfester Kleidung hatte sie nicht vergessen, auch ihre alten Arbeitsschuhe für die Arbeit in den Weinbergen des elterlichen Weinguts einzupacken.
Somit bot sich den wenigen Spaziergängern in den Weinbergen von Unkel und den Hanglagen des ehemaligen „Erpeler Berg“ am Samstagnachmittag ein ungewöhnliches Bild: Vier bestens gelaunte junge Damen eingemummelt in warme Jacken und angetan mit derbem Schuhwerk – und jede bekrönt mit einem Diadem! Denn bei öffentlichen Auftritten ihre Krone zu tragen, ist ein unumstößliches Gebot für jede Weinmajestät! Selbst wenn sich der rheinische Winter von seiner unromantischsten Seite zeigt und das Wetter nur grau, klamm und trübe ist.

Der Erpeler Karnevalsprinz Fritz II. mit Gefolge im Ratssaal Den Abschluss der Wanderung bildete ein Besuch in Erpel. Obwohl Erpel in Sachen Weinbau „nur“ auf seine Vergangenheit und sein beliebtes Weinfest verweisen kann, wird der Ort der Deutschen Weinkönigin wohl unvergesslich bleiben. Immerhin wurde sie hier in die Gepflogenheiten des Rheinischen Karnevals eingeweiht.
Das fing schon an, als die Weinmajestäten am Neutor eintrafen. Neben dem Ortsbürgermeister Edgar Neustein und einigen Pressevertretern wurde die Deutsche Weinkönigin auch von Fritz II., dem amtierten Erpeler Karnevalsprinzen, begrüßt, der ihr flugs seinen Orden verlieh. Ihren ersten Karnevalsorden, wie Marlies Dumbsky bemerkte.
Auch das freundschaftlich-grobe Geplänkel, mit dem sich Bürgermeister und Prinz Karneval während ihres Empfangs im Rathaus auf dessen Sturm am folgenden Wochenende einstimmten, war für die Deutsche Weinkönigin eine neue Erfahrung.
Die lachende Deutsche Weinkönigin während des Eintrags in das Goldene Buch von Erpel Vollends verblüfft war Marlies Dumbsky jedoch, als Fritz II. ein dreifaches Alaaf auf sie und das schöne Erpel ausbrachte. Zwar hatte der Erpeler Prinz ihr erklärt, dass in Erpel Kölsche Tön zu hören seien, weshalb es einer Todsünde gleichkäme, im Karneval etwas anderes als „Alaaf“ zu rufen. Jedoch erwähnte er mit keiner Silbe, was einem echten Rheinländer als Reflex mit in die Wiege gelegt wird: das schwungvolle Hochrecken des Armes, sobald das Wort „Alaaf“ ertönt.
Und so kam es, dass sich die Deutsche Weinkönigin völlig unerwartet in einem Wald auffliegender Arme wiederfand. Ungläubig flog ihr Kopf zunächst nach links und dann nach rechts, um anschließend in mitreißendes Gelächter über ihre Unkenntnis rheinischer Lebensart auszubrechen.
Dementsprechend heiter verlief danach die Eintragung der Weinmajestäten ins Goldene Buch der Ortsgemeinde Erpel.

Marlies Dumbsky mit dem Leiter des Blumenkorsos Bernd Walbrück Der Besuch klang mit einem kulinarischen Abend im Weinhaus „Zur Traube“ in Unkel aus. Um die Vielseitigkeit des „typischen“ Mittelrhein-Rieslings zu präsentieren, hatte Inhaber Hubert Lanz ein ganz spezielles und überaus köstliches Menü zusammengestellt. Seine Kochkunst wurde nur noch von dem Charme und dem Witz übertroffen, mit dem die anwesenden Weinköniginnen und -prinzessinnen die Rieslingweine präsentierten, die zu den Gängen des Menüs kredenzt wurden.

   Hier geht es zur Ankündigung des Wochenkurier Unkel vom 28. 01. 2009.
   Hier geht es zum Bericht der Rhein-Zeitung vom 06. 02. 2009.
   Hier geht es zum Bericht der Rhein-Zeitung vom 07. 02. 2009.
   Hier geht es zum Bericht der Bonner Rundschau vom 09. 02. 2008.
   Hier geht es zum Bericht in Blick aktuell Unkel vom 12. 02. 2009.

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