Am 6. und 7. Februar stattete Marlies Dumbsky, die 60. Deutsche
Weinkönigin dem Anbaugebiet „Mittelrhein“ ihren Antrittsbesuch
ab. Und da sowohl die amtierende Mittelrhein-Weinkönigin Gabi Emmerich
(Leutesdorf) als auch zwei ihrer Weinprinzessinnen – Heike Scholl (Erpel)
und Julia Lanz (Unkel) – im Kreis Neuwied zuhause sind, führte sie
dieser Besuch in den nördlichsten Zipfel der Mittelrhein-Region, dorthin
wo die Rheinromantik ihren Ursprung hat.
Da die Anzahl der Weingüter am Unteren Mittelrhein gegenüber dem Oberen
Mittelrhein verschwindend gering und der Terminkalender der Deutschen Weinkönigin
übervoll ist, hat ein solcher Besuch ausgesprochenen Seltenheitswert. Für Unkel
und Erpel war es sogar der erste Besuch einer Deutschen Weinkönigin.
Auf die Deutsche Weinkönigin wartete ein vielfältiges Besuchsprogramm.
Die gelernte Winzerin, die derzeit in Leipzig Kommunikationswissenschaften
studiert, schätzte besonders die Begegnungen mit den hiesigen Winzern,
die ihr bei der Besichtigung mehrerer Weingüter in Leutesdorf und Unkel
möglich waren. Auch die Wanderungen durch die Weinberge von Leutesdorf
und Hammerstein sowie von Unkel stießen bei der Deutschen Weinkönigin
auf großes Interesse, da die für den Mittelrhein typischen Steil-
und Schieferlagen in ihrer fränkischen Heimat nicht vorkommen. Dennoch
war sie bestens für diese Wanderungen gerüstet: Neben wetterfester
Kleidung hatte sie nicht vergessen, auch ihre alten Arbeitsschuhe für die
Arbeit in den Weinbergen des elterlichen Weinguts einzupacken.
Somit bot sich den wenigen Spaziergängern in den Weinbergen von Unkel und
den Hanglagen des ehemaligen „Erpeler Berg“ am Samstagnachmittag
ein ungewöhnliches Bild: Vier bestens gelaunte junge Damen eingemummelt
in warme Jacken und angetan mit derbem Schuhwerk – und jede bekrönt
mit einem Diadem! Denn bei öffentlichen Auftritten ihre Krone zu tragen,
ist ein unumstößliches Gebot für jede Weinmajestät! Selbst
wenn sich der rheinische Winter von seiner unromantischsten Seite zeigt und
das Wetter nur grau, klamm und trübe ist.
Den Abschluss der Wanderung bildete ein Besuch in Erpel. Obwohl Erpel in Sachen
Weinbau „nur“ auf seine Vergangenheit und sein beliebtes Weinfest
verweisen kann, wird der Ort der Deutschen Weinkönigin wohl unvergesslich
bleiben. Immerhin wurde sie hier in die Gepflogenheiten des Rheinischen Karnevals
eingeweiht.
Das fing schon an, als die Weinmajestäten am Neutor eintrafen. Neben dem
Ortsbürgermeister Edgar Neustein und einigen Pressevertretern wurde die
Deutsche Weinkönigin auch von Fritz II., dem amtierten Erpeler
Karnevalsprinzen, begrüßt, der ihr flugs seinen Orden verlieh. Ihren
ersten Karnevalsorden, wie Marlies Dumbsky bemerkte.
Auch das freundschaftlich-grobe Geplänkel, mit dem sich Bürgermeister und
Prinz Karneval während ihres Empfangs im Rathaus auf dessen Sturm am folgenden
Wochenende einstimmten, war für die Deutsche Weinkönigin eine neue Erfahrung.
Vollends verblüfft war Marlies Dumbsky jedoch, als Fritz II.
ein dreifaches Alaaf auf sie und das schöne Erpel ausbrachte. Zwar
hatte der Erpeler Prinz ihr erklärt, dass in Erpel Kölsche Tön
zu hören seien, weshalb es einer Todsünde gleichkäme, im
Karneval etwas anderes als „Alaaf“ zu rufen. Jedoch erwähnte
er mit keiner Silbe, was einem echten Rheinländer als Reflex mit in
die Wiege gelegt wird: das schwungvolle Hochrecken des Armes, sobald das
Wort „Alaaf“ ertönt.
Und so kam es, dass sich die Deutsche Weinkönigin völlig unerwartet
in einem Wald auffliegender Arme wiederfand. Ungläubig flog ihr Kopf
zunächst nach links und dann nach rechts, um anschließend in
mitreißendes Gelächter über ihre Unkenntnis rheinischer
Lebensart auszubrechen.
Dementsprechend heiter verlief danach die Eintragung der Weinmajestäten
ins Goldene Buch der Ortsgemeinde Erpel.
Der Besuch klang mit einem kulinarischen Abend im Weinhaus „Zur
Traube“ in Unkel aus. Um die Vielseitigkeit des „typischen“ Mittelrhein-Rieslings
zu präsentieren, hatte Inhaber Hubert Lanz ein ganz spezielles und überaus
köstliches Menü zusammengestellt. Seine Kochkunst wurde nur noch
von dem Charme und dem Witz übertroffen, mit dem die anwesenden Weinköniginnen
und -prinzessinnen die Rieslingweine präsentierten, die zu den Gängen
des Menüs kredenzt wurden.
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zur Ankündigung des Wochenkurier Unkel vom 28. 01. 2009.
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zum Bericht der Rhein-Zeitung vom 06. 02. 2009.
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zum Bericht der Rhein-Zeitung vom 07. 02. 2009.
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zum Bericht der Bonner Rundschau vom 09. 02. 2008.
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zum Bericht in Blick aktuell Unkel vom 12. 02. 2009.
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