Rhein-Zeitung vom 29. Juli 2008
ERPEL. In rund acht Wochen findet das Erpeler Weinfest statt. Bis dahin gilt es zwölf Motivwagen für den berühmten Blumenkorso zu bauen, der am Sonntag, 21. September, durch die Straßen von Erpel zieht. Die Vorbereitungen des Wagenbauteams des Brauchtumsvereins laufen auf Hochtouren – diesmal erstmals im neuen Wagenbaudomizil.
Jetzt gibt es viel zu tun: Grund genug für den Brauchtumsverein „Freunde des Erpeler Weinfestes“ Neugierige einzuladen, erstmals einen Blick hinter die Kulissen des Blumenkorsos zu gewähren und vor Ort erfahren zu lassen, wie die spektakulären Motivwagen entstehen. Nicht ohne Hintergedanken. Jede Hand wird gebraucht
, weiß Bernd Walbrück vom siebenköpfigen Wagenbauteam aus jahrelanger Erfahrung. Zusammen mit den anderen Freiwilligen arbeitet er bereits seit Mai einmal pro Woche an den Wagen. Ab August sind wir jeden Werktag in der Halle und bauen
, erklärt er. Eine Mammutarbeit, die nur mit Unterstützung – oder zumindest Duldung – der Familien zu leisten ist. Die haben Verständnis und später arbeiten doch alle wieder mit
, lacht Walbrück.
Der Umzug war Anfang des Jahres notwendig geworden, da der Eigentümer der sogenannten Salzhalle sein Areal selber nutzen muss. Eine neue Heimat fanden die Wagenbauer auf dem Gelände der ehemaligen Bauunternehmung Johann Ott an der Heisterer Straße. Eine Adresse, die durch die Lage unmittelbar am Aufstellort des Blumenkorsos und die große Nähe zum Bauhof der Gemeinde Erpel mit seinen Möglichkeiten zur sachlichen Unterstützung auch besondere Vorteile bietet.
Du lieber Gott, wenn man das so sieht, wie viel Arbeit da ist. Da muss man ja auch Tag und Nacht auch mithelfen
, sagte eine Besucherin im Angesicht der Berge an Schaumstoff, Draht und Metallgefecht, die es noch bis September zu verarbeiten gilt. Bernd Walbrück hörte es gerne. Deshalb haben wir ja auch eingeladen
, schmunzelt der Wagenbauer, der im heimischen Garten Tausende Dahlien pflegt, mit denen die Motivwagen für den Blumenkorso beim Weinfest prachtvoll geschmückt werden.
Wir versuchen immer, die fertigen Motive der vergangenen Jahre sozusagen zu recyceln. Das spart Zeit und auch Geld
, erklärt Walbrück, der den Besuchern zeigte, wie die mit Schaumstoff verkleideten Drahtgestelle aufwendig mit ungezählten Dahlien bestückt werden. Wir haben einen Fundus, den wir immer auf Tauglichkeit untersuchen.
Im neuen Korso werden die schon mal gebrauchten Details nicht wieder zu erkennen sein. Vorerst aufs Altenteil verschoben wurde „Emil Erpel“, der im vergangenen Jahr beim „Hammerdorf-Wettbewerb“ eine Hauptrolle spielte und beim Blumenkorso ganz groß rauskam. Andere Hammerdorf-Details werden aufmerksamen Beobachtern bei genauerem Hinsehen aber auffallen.
Noch ist nicht zu erkennen, was aus den Wagen einmal werden soll. Aber die Pläne stehen und das Motto auch. In diesem Jahr ist die holländische Musikgruppe „Timbre Tajiri“ zum 25. Mal in Erpel zu Gast, was zu dem Motto inspirierte: Musik und Wein - Fröhlichkeit am Rhein.
Jeder Mann und jede Frau, alle, die Spaß am gemeinsamem Schaffen haben, sind zum Mitmachen eingeladen
, wirbt Walbrück in eigener Sache. Wer Interesse hat mitzuhelfen, kann an einem der nächsten Wagenbauabende in der Heisterer Straße 22 vorbeischauen. (san)
Das Bauteam trifft sich jeden Dienstagabend ab 18 Uhr.
aus: Rhein-Zeitung
vom: 29. 07. 2008
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