Rhein-Zeitung vom 10. November 2008
Nach einem spannenden Abend auf der „MS Rheingold“ hatten die Leutesdorfer allen Grund zum Jubeln und Feiern: Der idyllische Weinort stellt die neue Mittelrhein-Weinkönigin. Und zwei der drei Prinzessinnen an ihrer Seite kommen ebenfalls aus dem Landkreis Neuwied.
KOBLENZ/LEUTESDORF. Gabi Emmerich konnte es nicht fassen: Als Bertram Fleck,
Vorsitzender des Vereins Mittelrhein-Wein, die Entscheidung der Juroren über
die neue Mittelrhein-Weinkönigin verkündete, brach auf der „MS
Rheingold“ am Koblenzer Rheinufer ohrenbetäubender Jubel aus, und
der 21-jährigen Winzertochter aus Leutesdorf liefen Freudentränen über
die Wangen. Die mitgereisten Fans aus dem Weinort skandierten dazu lautstark Gabi,
Gabi
.
Doch es gratulierten auch die charmanten Konkurrentinnen: Julia Lanz aus
Unkel, Heike Scholl aus Rheinbreitbach und Isabell Hillesheim aus St. Goarshausen
stehen der neuen Majestät nun als Weinprinzessinnen zur Seite.
Die junge Leutesdorferin hatte die Juroren zuvor nicht nur mit ihrem Fachwissen
rund um das Thema Wein überzeugt, sondern bei der Befragung vor dem gespannten
Publikum auch viel Esprit versprüht.
Die scheidende Gebietsweinkönigin Christina Wagner aus Koblenz entlockte
den Kandidatinnen dabei geschickt manche Geschichte aus deren Lebensläufen.
So verriet Julia Lanz aus Unkel, dass es immer ihr Traum gewesen war, das
Kleid der Unkeler Weinkönigin „Burgundia“ zu tragen. Und
dieser Traum ging für sie in den Jahren 2007/2008 in Erfüllung.
Die Frage nach einem Wein aus dem Discounter machte die Erpeler Weinkönigin
Heike Scholl im ersten Moment sprachlos. Oh, mein Gott
, entfuhr
es ihr. Doch dann ging sie mit Elan dazu über, ihr imaginäres Gegenüber
von den Vorzügen eines Mittelrhein-Rieslings zu überzeugen.
Isabell Hillesheim verriet ihre Leidenschaft für die Wildkräuter
der Heimat. Von ihr lernte das Publikum, dass Beifuß nicht nur als Tee
gegen Nervosität hilft, sondern auch als Fußbad nach einer durchtanzten
Nacht müde Füße munter macht.
Und wer Post von Gabi Emmerich bekommen will, sollte im Kreis Neuwied seine
Knöllchen einfach nicht bezahlen. Ich sitze auf der Kreiskasse
und treibe die Bußgelder ein
, antwortete sie wie aus der Pistole
geschossen auf die Frage nach ihrem Beruf. Und so war es auch kein Wunder,
dass Gabis Chef, Landrat Rainer Kaul, ihr ebenfalls fest die Daumen drückte –
wie die meisten Gäste im hinteren Teil des Salons auf dem Oberdeck, denn
der war an diesem Abend fest in Leutesdorfer Hand.
Doch das Publikum musste sich noch ein wenig gedulden, denn zunächst galt es für Christina Wagner und ihre Weinprinzessinnen Marie-Kristin Rosbach aus Rheinbrohl und Bettina Stasser aus Oberheimbach, Abschied zu nehmen. Die drei scheidenden Repräsentantinnen des Mittelrhein-Weines dankten ihren Familien dabei für die, große Unterstützung in den beiden Amtsjahren. Dann machte es Bertram Fleck bei der Verkündung der Jury-Entscheidung richtig spannend: Das strahlende Lächeln der Kandidatinnen wirkte von Augenblick zu Augenblick angespannter bis Fleck endlich das Ergebnis verkündete. Nach dem ersten Jubel über den Sieg der Leutesdorferin abgeebbt war, krönte Christina Wagner ihre Nachfolgerin zur neuen Majestät.
Andrea Fehr
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