Erpel: Tausende sehen Blumenkorso

von Beate Christ, Rhein-Zeitung vom 22. September 2008

50.000 Blumen schmücken Festwagen: Weinfest begeistert die Besucher

„Musik und Wein - Frohsinn am Rhein“. Dieses Motto des Weinfestes 2008 wissen die Erpeler beim viertägigen Spaß gekonnt in die Tat umzusetzen.

ERPEL. Ein freundliches Prosit hier und ein kleines Küsschen da – Weinkönigin Natali ist umschwärmter Mittelpunkt des Weinfestes in Erpel, und sie genießt jede einzelne Minute des traditionellen Festes. Es macht mir einfach so viel Freude, strahlt die junge Frau und schwer kann sie sich bei ihrem Zug durch das Weindorf von den Gästen loseisen, denn kaum einer möchte es sich entgehen lassen, mit ihr einen Tropfen goldenen Weins zu trinken.

Tausende Besucher lernten Natali Kuhn, ihre Prinzessinnen Melanie Schüler, Anna Kenn und natürlich Bacchus Carlo Heinecke kennen und genossen mit den Majestäten fröhliche Stunden in Erpel. Der Ort hatte sich in ein stimmungsvolles und gemütliches Weindorf verwandelt und die Organisatoren gaben alles, um ihre Gäste aufs Beste zu verwöhnen. Dazu floss der köstliche Rebensaft unaufhörlich und ganz gleich, ob Rot- oder Weißwein, ein sanfter Rosé oder der frische Federweißer: Wer beim Bummeln auf der Suche nach dem besten Tropfen war, der wurde ganz bestimmt fündig. Und nicht nur kulinarische Spezialitäten trugen zur Stimmung in der Herrlichkeit Erpel bei, neben vielen Leckereien wurden auch in diesem Jahr wieder viele kulturelle Genüsse geboten.

Gern gesehene Gäste sind die Musiker der Gruppe „De Volle Blôas“ aus den Niederlanden. Sie kommen schon viele Jahre zum Weinfest. Wie die meisten der Gäste auch. Ich komme schon seit einigen Jahren immer wieder gern zum Weinfest nach Erpel. Die Atmosphäre im Weindorf ist einfach schön, sagt Jürgen Hertling aus Bad Hönningen. Die Erpelerin Doris Apel liebt den „familiären Charakter“ des Weinfestes: Es kommen Leute aus der Region, man kennt sich und das macht den besonderen Reiz aus. Weiter fügt sie hinzu: Das Weinfest ist das Größte in Erpel. Es ist einfach mein Lieblingsfest. Damit spricht Doris Apel wahrscheinlich vielen aus der Seele, denn die Erpeler setzen alles daran, dass ihr Weinfest jedes Jahr aufs Neue die Menschen begeistert.

Fast bis zur letzten Minute wird an den Wagen für den Blumenkorso gearbeitet, sagt Werner Hennecker, Vorsitzender des Brauchtumsvereins „Freunde des Erpeler Weinfestes“. Und wenn sie auch niemand gezählt hat, so sind es ungefähr 50.000 Blumen, die die 15 Festwagen schmücken. Stolz ist Hennecker natürlich auch auf seine „tollen Majestäten“ und freut sich, dass das Weindorf und die Gasthäuser in diesen Tagen fast aus allen Nähten platzen und gut gelaunte Menschen fröhlich feiern. Mit dem farbenprächtigen Umzug durch den Ort steuerte das Weinfest gestern seinem Höhepunkt entgegen: Fußgruppen in prachtvollen Kostümen, fantasievolle Wagen und Musikgruppen sorgten für fröhliche Stimmung unter den vielen Tausend Zuschauern.

Der Korso schlängelte sich unter dem Motto „Musik und Wein – Frohsinn am Rhein“ durch die Straßen. Die Stars der Stunde waren Dahlien in allen Farben, Gladiolen oder Sonnenblumen. Ob als Osanna-Glocke, die in diesem Jahr 620 Jahre alt wird, als Harfen oder Noten: Die Fantasie der Wagenbauer kannte keine Grenzen, und so durften die Besucher im Farbenrausch schwelgen. Und nicht nur die Festwagen zogen die Blicke auf sich, auch die Kindergartenkinder, Schulklassen oder der Möhnenklub verzauberten als bunte Fußgruppen die Zaungäste.

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