General-Anzeiger Bonn vom 8. Oktober 2008 / Text: oro, Foto: Frank Homann
Hilde Kroll hatte es gut. Sie stand vor dem Unbill des Wetters geschützt in ihrer
Garage. Und der Verkauf florierte beim traditionellem Herbstmarkt. Ich war die erste
an der Rheinstraße, die mitgemacht hat
erinnert sich die Erpelerin. Ihr ist es
mit zu verdanken, dass die beliebte Veranstaltung des Brauchtumsvereins „Freunde
des Erpeler Weinfestes“ seit Jahren nicht mehr auf den Kern der „Herrlichkeit
Erpel“ beschränkt ist, sondern auch auf die Seitenstraßen.
135 Stände waren diesmal angemeldet
, sagte Heino Schmitz. Aber angesichts
des Wetters sind doch einige Lücken
, bedauerte der Organisator. Wir müssen
jedem Dank sagen, der es gewagt hat, heute hier seinen Stand aufzubauen und jedem Besucher,
der gekommen ist
, meinte er auch im Namen seiner Mitstreiterin Bettina Kuhn, die sich
im Vorfeld vor allem um die Anmeldungen gekümmert hatte.
Seit 20 Jahren führen wir den Herbstmarkt durch, und er ist immer gut besucht
,
meinte Schmitz. Zumal: Wer sich beteiligt, tut gleichzeitig etwas für das Brauchtum.
Die eingenommenen Standgelder fließen nämlich in den Topf, aus dem der Blumenkorso
beim Weinfest mitfinanziert wird, der ja jüngst wieder für Furore gesorgt hatte.
Traudel Schmitz etwa schmiss auch bei diesem garstigen Wetter ihr Waffeleisen an und buk
diese schmackhaften süßen Köstlichkeiten, die sich Händler und
Käufer gleichermaßen schmecken ließen.
Mümin Bagci baute an der Ecke zum Seilerpfad Flachbahnrennwagen auf. Und Regenschirme
hatte er auch in seinem Angebot. Der 13-Jährige bewies offensichtlich den richtigen
Riecher, was gehen könnte bei diesem Trödelmarkt mit Schlechtwetterprognose.
Blechspielzeug, alte Blechschilder mit Werbung für Waschmittel oder Autos, Kleidungsstücke,
Schuhe, Trinkgläser, Tassen, Bestecke, Bücher, Teddys, Puppen, Kaufladen, Uhren oder
Schmuck, alles nur Erdenkliche hielten die Standbetreiber in den Straßen und Gassen
zwischen den schmucken Fachwerkhäusern feil. Sarah Heinrichs (22) hatte einen Fernseher
aus den sechziger Jahren aufgetrieben, den sie nun an den Mann oder die Frau bringen wollte.
Nur zwei Prozent aller Waren sind neueren Datums, alles andere ist antik oder richtiger
Trödel
, freute sich Heino Schmitz und hofft schon auf einen goldenen Oktober beim
Herbstmarkt 2009.
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